Sektkunde

Wie entsteht Sekt ?
Bei der Sektherstellung gibt es im allgemeinen 3 Methoden:

Die traditionelle Flaschengärung
Bei der traditionellen Methode der Flaschengärung erfolgt - wie seit alten Zeiten - der gesamte Gärvorgang in der Flasche. Die einzelnen Flaschen werden gerüttelt und entheft.

Die Flaschengärung im Transvasierverfahren
Bei der Flaschengärung im Transvasierverfahren wird zunächst in der Flasche vergoren, dann erfolgt unter Gegendruck das Umfüllen zum Zwecke der Filtration. Nach Fertigstellung wird der Sekt wieder auf Flaschen gefüllt.
Die Vergärung in modernen Großraumbehältern
Bei der Vergärung in modernen Großraumbehältern (auch als »Fassgärung« bezeichnet) haben wir es mit einem Verfahren zu tun, bei welchem eine größere einheitliche Menge hergestellt werden kann. So arbeitet heute die Mehrzahl der Sektkellereien.

Der richtige Umgang und die Lagerung
Was bringt der teuerste und beste Sekt wenn er falsch gelagert oder behandelt wird. Hier einige Tipps zum richtigen Umgang.

Die Lagerung
Sekt ist trinkfertig, wenn er die Kellerei verlässt.
Man kann ihn lagern, muss dies aber nicht tun.
Lagert man ihn, sollte dies - wenn möglich - stehend der Fall sein. Sekt sollte stets in kühlen Räumen aufbewahrt werden; die direkte Einwirkung der Sonne
schadet ihm.

Die Trinktemperatur
Eine Generalregel ist, dass junge Schaumweine kälter als alte serviert werden sollen.
Weißer Sekt soll bei 5 - 7° C, Rosé bei 6 - 8 °C und roter Sekt bei 9 - 11 °C getrunken werden.

Wird Sekt zu stark gekühlt, kann sich sein Bukett nicht richtig entfalten.

Sekt darf niemals im Tiefkühlfach aufbewahrt werden. Dann erfriert die Blume. Normale Kühlschranktemperatur hingegen ist ungefährlich. Zum wirklichen Sektgenuss gehört ein Sektkühler. Man füllt ihn mit Eis und Wasser. Zum schnelleren Herunterkühlen kann man etwas Salz dazugeben.

Das richtige Glas
Das Sektglas soll farblos sein, in Glasqualität und Form dem edlen Charakter des Sektes entsprechen. Zugleichsoll es aber auch funktionsgerecht sein, d.h. die Entwicklung des Mousseux, des Perlens und Schäumens fördern und das Bukett zur Geltung bringen.
Es ist auch wichtig, dass die Sektgläser richtig gefüllt werden, nämlich nur bis zu etwa 2/3, damit sich die Blume voll entfalten kann. Am geeignetsten ist die schmale, hohe Flötenform, aber auch im tulpen- und apfelförmigen Glas haben die Perlen genug Raum, um aufzusteigen. Eine Schale sollte nicht verwendet werden.Sie kann ihrer Weite wegen den Schaum nicht halten und ist zu flach, um das Spiel der Perlen zu zeigen.
Beim Spülen der Sektgläser muss man aufpassen. Spülmittel entspannen nicht nur das Wasser, sondern töten auch den Schaum, so dass der Sekt nicht mehr perlt.Sektgläser müssen also mit klarem, heißem Wasser gespült und nachher mit einem feinenTuch ausgerieben werden.

Welche Flaschengrößen gibt es ?
In Deutschland sind folgende Flaschengrößen zulässig:
1/4 Flasche - Piccolo 0,2 liter ~ 2 Gläser
1/2 Flasche - halbe Flasche 0,375 liter ~ 4 Gläser
1/1 Flasche - ganze Flasche 0,75 liter ~ 8 Gläser
2/1 Flasche - Magnumflasche 1,5 liter ~ 16 Gläser
4/1 Flasche - Doppelmagnumflasche 3,0 liter ~ 32 Gläser

Die Dosage
Entscheidend für den Süßegrad eines Sektes ist die Versanddosage, der die Aufgabe zufällt, den nach der zweiten Gärung sehr trockenen Sekt den entsprechenden Geschmacksvorstellungen anzugleichen.

extra herb / extra brut 0 - 6 g Zucker / Liter
extra trocken / extra dry / extra sec 12 - 20 g Zucker / Liter
halbtrocken / demi sec / demi doux 33 - 50 g Zucker / Liter
naturherb / brut nature unter 3 g Zucker / Liter (zulässig nur bei Erzeugnissen,
denen nach der Schaumbildung kein Zucker zugesetzt wurde)
herb / brut bis 15 g Zucker / Liter
trocken / dry / sec 17 - 35 g Zucker / Liter
mild / süß / doux über 50 g Zucker / Liter

Auch Diabetiker brauchen auf Sektgenuss nicht zu verzichten.
Für sie stehen entsprechend hergestellte Produkte zur Verfügung.